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Warum der Webdesigner der Zukunft kein Programmierer sein wird

Der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich alle indexierten Websites bringen lassen, ist die simple Aufgabe, Inhalte (Informationen) für ihre Nutzer bereitzustellen. Die Möglichkeiten der Umsetzung sind dabei überaus vielfältig. Noch vor wenigen Jahren wurde diese, eigentlich recht simple Aufgabe zu oft als Akt der Kunst begriffen, von 2006 bis 2011 seinen vorläufigen Höhepunkt fand. In meinem Artikel „Das Prinzip Bauhaus und sein Einfluss auf das moderne Webdesign“ bin ich auf diese Zusammenhänge bereits aus gestalterischer Sicht eingegangen und nannte dieses Phänomen einen „digitalen Jugendstil“.

Das Thema Webdesign und seinen historischen Bezug zum Walter Gropius` Bauhaus nur auf den künstlerischen Aspekt zu reduzieren, wäre allerdings nur die halbe Wahrheit. In seinem Manifest von 1919 schrieb Gropius: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau“. Er sah es als elementares Ziel, ästhetische Gestaltung mit Hilfe der industriellen Revolution für jeden Menschen zugänglich zu machen. Und genau hier möchte ich die Brücke zum Webdesign schlagen so wie wir es heute kennen. Auch wenn der Gedanke noch so verführerisch klingen mag und es dem Gropius`s Prinzip nach auch logisch erscheint, aber der Webdesigner der Zukunft wird kein Programmierer und der Programmierer der Zukunft wird kein Webdesigner sein. Warum ist das so?

Im Grunde müsste man erst einmal die Begrifflichkeiten genauer beleuchten. Solange im Webdesigner das Wort „Designer“ steckt, wird er wohl auch als solcher gesehen, sprich als Grafiker, Künstler und Gestalter. Soweit nichts Neues und an sich auch nicht verkehrt. Solange wir den Begriff nicht neu definieren oder ihm gar einen neuen Namen geben, schließt dies allerdings aus, dass sich hinter dem Künstler auch ein Entwickler und Programmierer verbergen wird. Aber es gibt sie: Die Webdesigner, die sich über all die Jahre ein kreatives Auge der Extraklasse bewahrt haben, ihre Layouts gleichzeitig selbst coden und in jedes beliebige CMS umsetzen können. Diese Spezies verdient nicht nur den größten Respekt ihrer Branche, sie verdient auch das mit Abstand größte Gehalt (oder zumindest sollte sie das).

„Das Endziel jeder Webentwicklung ist Ihre uneingeschränkte Funktionalität“

Nur mit Hilfe diese Funktionalität erreichen wir unseren kleinsten gemeinsamen Nenner, Inhalte und Informationen unabhängig von technischen Aspekten (Ausgabegeräte, Betriebssysteme, Browser etc.), aber auch unabhängig von kulturellen Hintergründen für jeden User gleichermaßen zugänglich zu machen.

Wie erreichen wir dieses Ziel? Eine Schule nach dem Bauhaus-Prinzip, in der erfahrene Webdesigner zu echten Programmieren (um)erzogen werden und andersherum läge hier nahe und wäre wünschenswert. Die Anzahl der Bewerber auf diesen Studienplatz würde sich wohl in Grenzen halten. Anders gefragt: Wieviele Architekten kennen Sie, die ihre Entwürfe mit eigenem Betonmischer und Muskelkraft in die Landschaft zaubern? Es liegt in der Natur der Berufszweige und noch viel mehr in der Natur des Menschen, der diesen Berufszweig eingeschlagen hat (mit Ausnahmen), dass dem Programmierer das künstlerische Auge fehlt und dem Designer die sachliche Herangehensweise. Dinge, die sich wohl nur in Ausnahmefällen wirklich erlernen lassen.

Der Konzeptioner

Gehen wir also davon aus, dass die Entwicklung einer Website mindestens durch das Team Webdesigner/Programmierer umgesetzt wird. Ein Großteil der Websites im World Wide Web hat einen kommerziellen Hintergrund. Auch Websites deren vordergründige Aufgabe es ist, lediglich Informationen ins Netz zu stellen (Blogs, Magazine, Nachrichten etc.), sind dennoch auf die Einbindung von Werbung etc. angewiesen. Selbst das wird allerdings immer weniger durch einfache Display-Banner getan.

Es ist also an der Zeit einen dritten Spieler auf das Feld zu schicken: Den Konzeptioner. Denn die Fragen nach dem Wo, Wie und Warum entscheiden gerade im kommerziellen Webdesign über den Erfolg und Misserfolg des E-Commerce Projekts. Diese Fragen lassen sich weder allein mit gestalterischen, noch allein mit technischen Argumenten beantworten. Die Antworten liegen in ihrer Schnittmenge und basieren auf den individuellen Geschäftsmodellen des Projekts.

Die Aufgabe des Konzeptioners ist es also, die Geschäftsmodelle seiner Kunden zu verstehen und Lösungen zu finden, die durch das Wissen seiner Mitspieler - dem Webdesigner und dem Programmierer - bestmöglich flankiert werden. Der Konzeptioner ist unter Umständen also auch ein Projektmanager, der die Fäden zusammenhält und das große, Ganze im Blick hat. Im Gegensatz zum Webdesigner und Programmierer wird sich der Konzeptioner auch an harten Zahlen und Conversion Rates messen lassen müssen.

Und how much is the fish?

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